{"id":2437,"date":"2017-05-23T18:44:08","date_gmt":"2017-05-23T16:44:08","guid":{"rendered":"https:\/\/viaintegralis.ch\/?p=2437"},"modified":"2020-06-18T12:24:36","modified_gmt":"2020-06-18T10:24:36","slug":"vernetzungstreffen-im-benediktushof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/2017\/05\/23\/vernetzungstreffen-im-benediktushof\/","title":{"rendered":"Vernetzungstreffen im Benediktushof"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kontemplative Weggemeinschaften &#8211; Jede f\u00fcr sich und Gott f\u00fcr uns alle? <\/strong><br \/>\nEin Bericht \u00fcber das Symposion des W\u00fcrzburger Forums f\u00fcr Kontemplytion (WFdK) vom 27. bis 29. Januar 2017. von Monika Kaudewitz <\/p>\n<p>Beim diesj\u00e4hrigen WFdK-Symposium auf dem Benediktushof nahe W\u00fcrzburg waren erstmals externe Kontemplationschulen und Weggemeinschaften eingeladen. Der intensive Austausch erm\u00f6glichte es, dass fr\u00fchere Abgrenzungen in den Hintergrund traten und das Gemeinsame, das die verschiedenen Wege in der Tiefe verbindet, sp\u00fcrbar wurde. Die Frage nach unserem Beitrag angesichts der gesellschaftlichen Dynamik wurde gestellt. Von der via integralis nahmen Hildegard Schmittfull und Bernhard Stappel, sowie Monika und Wolfgang Kaudewitz teil. (weiterlesen\u2026) <\/p>\n<p>Zu Beginn begr\u00fcsste Elisa-Maria Jodl, die 1. Vorsitzende des WFdK und Sprecherin der von Willigis J\u00e4ger gegr\u00fcndeten Kontemplationslinie \u201eWolke des Nichtwissens\u201c, die ca. 80 Teilnehmenden und machte das Neuartige dieser Zusammenkunft bewusst. Danach stellten sich zun\u00e4chst die drei Gastgruppen vor: die Weggemeinschaft von Haus Gries (gegr\u00fcndet von Franz Jalicz SJ), das spirituelle Zentrum St. Martin M\u00fcnchen (Pfr Andreas Ebert) und die Lassalle-Kontemplations-Schule via integralis (Hildegard Schmittfull, Bernhard Stappel) vor.<br \/>\nDie folgenden Begegnungen und Austauschrunden dieses Wochenendes wurden vom Ehepaar Ulrich und Sabine Soeder moderiert in Form eines gro\u00dfen \u201eWorld Cafes\u201c: Immer wieder kehrten wir zur\u00fcck zu den Vierer-Tischen, die im Saal verteilt waren, um uns in je neuer Zusammensetzung f\u00fcr ca. 30 Minuten \u00fcber die jeweilige Frage auszutauschen.<br \/>\nDas Setting erm\u00f6glichte, sich intensiv kennenzulernen. Die Gespr\u00e4chsinhalte an den Tischen wurden nach jeder Runde kurz im Plenum mitgeteilt und von Sabine Soeder  auf einer Art \u201cWandzeitung\u201c festgehalten \u2013 versehen mit originellen Illustrationen. So gelang es \u00fcber das ganze Wochenende hinweg den roten Faden im Blick zu behalten und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren.<br \/>\nZun\u00e4chst stand das pers\u00f6nliche Kennenlernen im Vordergrund: \u201eErz\u00e4hlen Sie etwas von den bewegenden Begegnungen auf Ihrem kontemplativen Weg.\u201c Schnell wurde deutlich, dass f\u00fcr viele Anwesende der kontemplative Weg schon in fr\u00fcher Kindheit grundgelegt war: eindr\u00fcckliche Erlebnisse, wie manche schon als Kind in Ber\u00fchrung mit dem g\u00f6ttlichen Geheimnis gekommen waren.<br \/>\nWeitere Fragestellungen vertieften die Selbstreflexion und den pers\u00f6nlichen Austausch an den Tischen: Welche Sehnsucht hat dich veranlasst, dich auf einen spirituellen Weg zu begeben? Welche Antworten hast du in den Jahren deines kontemplativen Weges entdeckt? Bei all diesen Themen ging es um ehrliche Begegnung. Wir waren eingeladen zum Teilen der pers\u00f6nlichen Erfahrungen.<br \/>\nDiese Grundlegung kam den sp\u00e4teren Fragenrunden zugute, bei denen das Profil der eigenen spirituellen Tradition hinterfragt wurde, z.B. Wie beantworten kontemplative Weggemeinschaften die spirituelle Sehnsucht der Menschen?<br \/>\nDas Kaleidoskop der Antworten hierzu spiegelt die Vielfalt von Erwartungen wieder, welche an eine moderne Spiritualit\u00e4t gerichtet sind: Kontemplation er\u00f6ffnet Erfahrungsr\u00e4ume. Zentral geht es darum, als Mensch sein zu d\u00fcrfen wie ich bin. Es w\u00e4chst der Boden f\u00fcr die Akzeptanz seiner selbst und der anderen.<br \/>\nDie Stille gibt Raum f\u00fcr pers\u00f6nliche spirituelle Erfahrung und f\u00fcr eine neue Qualit\u00e4t von Gemeinschaft: als Weg-Gemeinschaft, die Heimat gibt und zugleich Orientierung und Ausrichtung\u2026<br \/>\nDer spirituelle Leiter des Benediktushofes, Fernand Braun, begr\u00fc\u00dfte zwischendurch die Teilnehmenden und erz\u00e4hlte von einer Begegnung mit einem jungen Mann, der ihm w\u00fctend die Frage stellte: Woher nehmt ihr euch das Recht in der Stille vor der Wand zu sitzen, w\u00e4hrend die Welt brennt? Die Frage nach unserer Relevanz in heutiger Zeit war damit gestellt.<br \/>\nDen zweiten Tag begannen wir morgens mit einer Stunde Kontemplation. Weiteren Fragen im World-Cafe befassten sich mit unserem \u201echristlichen Profil\u201c: Wie christlich kann\/muss der kontemplative Weg sein? Welche Bedeutung hat \u201eGott\u201c bzw. \u201edas G\u00f6ttliche\u201c in deiner Weggemeinschaft?<br \/>\nAuch hier zeigten die Beitr\u00e4ge das breite Reflexionsspektrum der Teilnehmenden und die Auseinandersetzung mit den Fragen, die sich aus dem modernen Weltbild an Spiritualit\u00e4t und Theologie stellen, z.B.: Gott wird erfahren \u2013 aus der Kontemplation w\u00e4chst ein neues Gottesverst\u00e4ndnis; Gott hat 1000 Namen; Zen und Christentum erlauben eine gro\u00dfe Weite; Christentum ist Teil des Evolutionsweges und selbst in Entwicklung; die Versenkungswege sind \u00e4lter als das Christentum; Kontemplation und Aktion geh\u00f6ren zusammen; und: \u201eWenn wir in Gott eintauchen, tauchen wir neben den Armen wieder auf.\u201c Es war beeindruckend zu sehen, wie die anwesenden Weggemeinschaften sich durchaus von gemeinsamen Perspektiven leiten lassen!<br \/>\nSp\u00e4ter stellten sich auch die verschiedenen \u201eLinien\u201c des W\u00fcrzburger Forums vor. Das sind: die Kontemplationslinie von Willigis J\u00e4ger \u201eWolke des Nichtwissens\u201c; die von Manfred Rompf gegr\u00fcndete Linie \u201e Schule der Kontemplation Gottes Gegenwart\u201c, die von Luitgart Tusch-Kleiner initiierte Linie \u201eWohnraum des G\u00f6ttlichen\u201c, freie Lehrer\/innen, die keiner Linie angeh\u00f6ren.<br \/>\nDas World-Cafe erm\u00f6glichte es auch, dass sich die einzelnen Gruppierungen untereinander zusammenfanden, um nachzusp\u00fcren, wie der Dialog mit den anderen auf sie selbst zur\u00fcckwirkt:    Auf welche Weise hat sich das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr meine Weggemeinschaft durch die Gespr\u00e4che vertieft? Und: Welche \u00fcbergreifenden gemeinsamen Anliegen verfolgen die Kontemplativen Weggemeinschaften?<br \/>\nDas Gespr\u00e4ch dar\u00fcber wird wohl nicht nur bei uns in der via integralis weitergehen \u2013 bei unseren eigenen kommenden Begegnungen. Wichtig ist zu wissen, dass auch die anderen kontemplativen Richtungen ihre gesellschaftliche Bedeutung ernstnehmen. Mit der Initiative Meditieren f\u00fcr eine friedliche Welt hat die via integralis hier schon einen Erfahrungsweg beschritten. Es ist die Erfahrung, dass der Weg der Stille uns letztlich wieder auf den \u201eMarktplatz\u201c zur\u00fcckf\u00fchren will.<br \/>\nWir beschlossen den Tag miteinander mit einer Feier des Lebens, bei dem sich die verschiedenen Weggemeinschaften einbrachten und es f\u00fcr uns ein Geschenk war, dass auch Willigis J\u00e4ger daran teilnehmen konnte.<br \/>\nMein pers\u00f6nliches Res\u00fcmee:<br \/>\nDas Symposium, das mit seiner Einladung der unterschiedlichen Weggemeinschaften, den Raum der Begegnung ge\u00f6ffnet hat,  war ein gro\u00dfes Geschenk. Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der einzelnen Wege der Stille wurde sp\u00fcrbar. Gleichzeitig wurde das Verbindende und Gemeinsame deutlich. Inspirierend ist, voneinander zu wissen und in Verbindung zu bleiben beim Weitergehen in die Zukunft. So bleibt es das Anliegen aller, mit einander vernetzt und verbunden zu bleiben.<\/p>\n<p><strong>Monika Kaudewitz, Mai 2017<\/strong><br \/>\n<em>Pastoralreferentin, Kontemplationslehrerin der via integralis <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kontemplative Weggemeinschaften &#8211; Jede f\u00fcr sich und Gott f\u00fcr uns alle? Ein Bericht \u00fcber das Symposion des W\u00fcrzburger Forums f\u00fcr Kontemplytion (WFdK) vom 27. bis 29. Januar 2017. von Monika Kaudewitz Beim diesj\u00e4hrigen WFdK-Symposium auf dem Benediktushof nahe W\u00fcrzburg waren erstmals externe Kontemplationschulen und Weggemeinschaften eingeladen. 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