{"id":9348,"date":"2024-12-26T09:18:00","date_gmt":"2024-12-26T08:18:00","guid":{"rendered":"https:\/\/viaintegralis.ch\/?p=9348"},"modified":"2025-05-29T15:32:37","modified_gmt":"2025-05-29T13:32:37","slug":"musik-und-stille-meine-erfahrung-vom-ein-klang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/2024\/12\/26\/musik-und-stille-meine-erfahrung-vom-ein-klang\/","title":{"rendered":"Musik und Stille \u2013 meine Erfahrung vom Ein-Klang"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Lass mein Leben einfach und gerade sein wie eine Fl\u00f6te, damit Gott sie mit Musik f\u00fcllen kann. (Tagore)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diesen Satz schrieb mir eine amerikanische Zen-Nonne, die ebenfalls Fl\u00f6tistin war, bei meinem ersten Besuch in Japan im Jahre 1998 als Widmung in ein Sutra-Buch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1994 kam eine Anfrage von Heini Steinmann, der das Sogen-Zendo Z\u00fcrich leitet. Er fragte, ob ich zusammen mit Monika Moser \u2013 wir bilden das Duo toccabile \u2013 am Ende eines Zen\u2013Sesshins in der Kientaler Kirche ein Konzert geben w\u00fcrden. Der Zen-Meister Yamakawa Roshi war mit Nonnen, M\u00f6nchen und Anh\u00e4ngern des Klosters Sogen-ji aus Japan hergereist, um mit den Praktizierenden des Sogen-Zendo Z\u00fcrichs im Kientalerhof ein Sesshin anzubieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nie werde ich diese erste, f\u00fcr mich so pr\u00e4gende Begegnung mit diesem Meister vergessen. Es schien mir, als nehme er die Musik \u00fcber seine tief strahlenden Augen auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war sichtlich gl\u00fccklich, habe er doch \u00fcber zehn Jahre lang kein Konzert mehr geh\u00f6rt. In das Gef\u00e4ss einer Stille, die sich \u00fcber sieben Tage aufgebaut hat, zu spielen, war f\u00fcr mich ein dankbares, ja \u00fcberw\u00e4ltigendes Erlebnis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yamakawa Roshi bedankte sich unter Tr\u00e4nen immer wieder f\u00fcr die Musik \u2013 Musik sei so essentiell und k\u00f6nne Schmutz abwaschen. Draussen hat es leise geschneit \u2013 die Welt war weiss. Und ich wusste, meinen Meister gefunden zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Japan, pr\u00e4gende Stationen meines Lebens<ins><\/ins><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich meldete mich k\u00fcnftig f\u00fcr jedes Sesshin an und reiste auch nach Japan, um meinen Weg zu vertiefen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Koan, das er mir gab: Fl\u00f6te spielen ohne Fl\u00f6te.                                                                                        Wie soll das gehen? Ein langer Weg begann, als Meister entpuppte sich Yamakawa Roshi als unerbittlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und doch war f\u00fcr mich sehr eindr\u00fccklich und begl\u00fcckend, meinen Beruf mit dem spirituellen Weg zu verbinden und \u00fcber mein Instrument zu lernen, frei zu werden, eins zu sein. \u00abBe one \u2013 be Buddha\u00bb das war sein Anliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Yamakawa Roshi w\u00fcnschte sich nach jedem Sesshin ein Konzert und lud uns immer wieder ein, an den Kulturtagen, die er alle zwei Jahre in seinem Kloster anbot, Musik zu machen. Oft kam der Z\u00fcrcher Cellist Christof Mohr dazu. Er praktizierte ebenfalls mit Roshi. So bildeten wir das Trio toccabile. Roshi war noch Abt von zwei anderen Kl\u00f6stern und so durften wir an mehreren Orten Konzerte geben und unseren Aufenthalt gleichzeitig mit Praktizieren und Reisen verbinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einmal waren wir auch im Shogen-ji Kloster bei Shodo Harada Roshi eingeladen. Ein unvergesslicher Tag. Dort praktizieren Menschen aus der ganzen Welt und es fand ein sehr lebendiger Austausch statt. Sie haben f\u00fcr uns feinstes Essen zubereitet und waren interessiert an unseren Biografien. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hatte damals gerade die via integralis-Ausbildung abgeschlossen und habe davon erz\u00e4hlt, dass ich in Japan Koans pl\u00f6tzlich mit \u00abIch bin\u00bb-Worten aus dem Johannes-Evangelium beantwortet habe, ohne zu wissen, dass sie mir zur Verf\u00fcgung stehen. Dadurch sei auch Christus im Herzen wieder lebendig geworden und habe mich zum Kontemplationsweg der via integralis gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter hat mich Roshi aufgefordert, mit dem Koan \u00abZeig mir den Klang der Einen Hand\u00bb zu arbeiten. Seitdem ich es ihm zeigen konnte, f\u00fchle ich mich von dieser Einen Hand getragen, \u00fcberflutet von Seiner Melodie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kosmos tanzt<br>tanzt durch alle Zellen<br>horch \u2013<br>h\u00f6rst du die Liebe singen<br>das Om durch alles schwingen<br>der Klang der Kl\u00e4nge klingen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anita Wysser, Kontemplationslehrerin via integralis, Musikerin, Autorin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lass mein Leben einfach und gerade sein wie eine Fl\u00f6te, damit Gott sie mit Musik f\u00fcllen kann. (Tagore) Diesen Satz schrieb mir eine amerikanische Zen-Nonne, die ebenfalls Fl\u00f6tistin war, bei meinem ersten Besuch in Japan im Jahre 1998 als Widmung in ein Sutra-Buch. 1994 kam eine Anfrage von Heini Steinmann, der das Sogen-Zendo Z\u00fcrich leitet.&hellip;&nbsp;<a href=\"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/2024\/12\/26\/musik-und-stille-meine-erfahrung-vom-ein-klang\/\" rel=\"bookmark\">Read More &raquo;<span class=\"screen-reader-text\">Musik und Stille \u2013 meine Erfahrung vom Ein-Klang<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":130,"featured_media":9408,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"neve_meta_sidebar":"","neve_meta_container":"","neve_meta_enable_content_width":"","neve_meta_content_width":0,"neve_meta_title_alignment":"","neve_meta_author_avatar":"on","neve_post_elements_order":"[\"title\",\"meta\",\"thumbnail\",\"tags\",\"content\",\"comments\"]","neve_meta_disable_header":"","neve_meta_disable_footer":"","neve_meta_disable_title":"","neve_meta_reading_time":"","footnotes":""},"categories":[269,525,37,587],"tags":[580,517,579,544],"class_list":["post-9348","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blick-ueber-den-tellerrand","category-blog","category-newsletter","category-nl-19","tag-klang","tag-koan","tag-musik","tag-stille"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/130"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9348"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9348\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9497,"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9348\/revisions\/9497"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9408"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/viaintegralis.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}