Textes

Wozu braucht es Zen-Lehrer?

Am 21. November 2020 wird Niklaus Brantschen – er hat zusammen mit Pia Gyger vor bald zwanzig Jahren eine Zen-Linie und die Kontemplationsschule via integralis gegründet – Jürgen Lembke zum Zen-Lehrer ernennen. Im Folgenden erinnert er daran, was Zen ist, warum gute Zen-Lehrer nötig sind und wie Zen als ein integrales Moment zur via integralis gehört. Zen ist einfach. Es hat mit dem Naheliegenden zu tun. Ein kurzer Blick auf die beiden grossen spirituellen Ströme Chinas, die das Zen mitgeprägt haben, macht dies deutlich: Für Konfuzius ist der WEG (goss geschrieben) das Innere Gesetz: `Der WEG ist nahe, aber die Menschen suchen ihn in weiter Ferne. Nicht für einen Augenblick können wir von ihm getrennt sein. Das, wovon wir getrennt sein können, ist nicht der WEG`.

Lese- und Geschenktipp: “Stille” von Erling Kagge

Der Norweger Erling Kagge ist Autor, Jurist, Verleger und Kunstsammler, vor allem aber ist er ein Abenteurer. Und Vater von drei Töchtern. Er ist der erste Mensch, der Südpol, Nordpol und den Mount Everest erreichte. Und das innerhalb von vier Jahren. Auch den Untergrund New Yorks, die Kanalisation und Tunnel, hat er bereist. Was er entdeckt hat auf seinen Expeditionen?

Was muss ich tun?

«Was muss ich tun…» Diese Frage stellt sich im Alltag zurzeit fast täglich. Vielleicht in Varianten wie: «Was soll ich tun», «Was darf ich tun?», oder auch «Was soll ich gerade nicht tun?». Es sind Fragen, die dort gestellt werden, wo die eingeschliffenen Muster nicht mehr tragen oder durch neue Entwicklungen durchbrochen werden. In der Bibel wird die Frage «Was soll ich tun?» zweimal mit einer Fortsetzung gestellt: «Was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?»

Die sinnliche Seele: Spiritualität und Sexualität

An der diesjährigen Lehrer*innen-Fortbildung im September auf dem Lindenberg im Schwarzwald hat sich eine grosse Zahl der via integralis-Lehrenden unter dem Leitgedanken „Die sinnliche Seele“ auf ein anspruchsvolles Thema eingelassen: Unter der Leitung und Begleitung von Franziska Bolt, Ärztin und seit Jahren Forschende auf diesem Fachgebiet, stellten wir uns dem bis heute bestehenden, oft schmerzhaften Bruch zwischen einer offen gelebten Spiritualität und einer vielfach von Sprachlosigkeit geprägten oder gar unterdrückten, teilweise heimlich und pervertiert gelebten Sexualität, die viel Leiden erzeugt. Ein existentielles Thema, ein Thema, das beileibe nicht nur für der via integralis zugewandte Menschen relevant ist, das aber gerade für uns als via integralis, die wir uns einer integralen Spiritualität verpflichtet wissen, aus den Dunkelkammern ins Licht unseres Bewusstseins zu holen ist.

Lesetipp: ALLES TRÄGT DEN EINEN NAMEN von Richard Rohr

„Christus“ bezeichnet die transzendente Wirklichkeit in allen Dingen, DAS, wo alle Dualität, alle Bewertung und Unterscheidung nicht ist, wo ES eins ist, alles in allem. Zustand, Ziel und Bewegung hin zugleich. Christus als transformierendes Prinzip, alle Religionen und Kulturen überspannend. Richard Rohr tastet sich an die Namen „Jesus“ und „Christus“ heran. Wie erhalten sie Gültigkeit für die gesamte Menschheit? Ja, für alles Seiende?

Foto: Willigis Jäger (* 1925, † 2020)

Willigis Jäger (gest. am 20. März 2020)

Willigis Jäger (1925–2020) Ein Nachruf von Ursula Nuzzo-Forrer Willigis Jäger OSB (1925–2020) war deutscher Benediktinerpater, Mystiker und Zen-Meister mit dem Namen Kyo-un Roshi. Er gründete und leitete das Meditationszentrum St. Benedikt in Würzburg, den Benediktushof, ein überreligiöses und überkonfessionelles Zentrum… Lire la suite »Willigis Jäger (gest. am 20. März 2020)

Die via integralis – eine Promenadenmischung?

… die Sicht des Kontemplationslehrers Bernhard Lenfers Grünenfelder aus dem 4. Lehrgang anlässlich des Jahrestreffens vom 7. bis 9. Februar 2020 in der Propstei Wislikofen Eine „Promenadenmischung“ – mit diesem Wort charakterisierte Bernhard Stappel 2015 die via integralis. Im Rückblick als Spiritueller… Lire la suite »Die via integralis – eine Promenadenmischung?