via integralis Gruppen Ostschweiz

Kontemplation vor Ort im Fokus, von Francesco Pedrazzini

Wir beginnen eine neue Rubrik! Hier zeigen wir Euch die Vielfalt der via integralis Angebote einer jeweiligen Region. Wir möchten zu deren Besuch animieren und Mut machen für neue Ideen und Kontemplationsangebote. Dabei gehen wir über die Angaben auf unserer Webseite www.viaintegralis.ch hinaus, wo unter «Angebote» und «Kontemplationsgruppen Schweiz … Deutschland … etc.» nur die Eckdaten der meisten Gruppen aufgeführt werden, mit Ort, Zeit und Leitung, inklusive Links zur E-Mail-Anmeldung, und manchmal auf eine eigene Webseite. Ihr seid eingeladen dort ab und zu nach Lust und Laune zu stöbern.

Anlässlich des für Ende Mai geplanten «Offenen Frühlingstreffens» in St. Gallen beginnen wir mit der Vorstellung der Region Ostschweiz: Drei Gruppen in der Stadt St. Gallen, eine in Uzwil und eine in Arbon. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich diese Angebote sind und so verschiedene Zielgruppen abdecken können. 


Arbon, Gruppe Fred Stumpf

Fred Stumpf leitet in Arbon seit circa 20 Jahren eine Kontemplationsgruppe. Sie ist aus einer Fastengruppe entstanden, bei der das Thema Meditation im Mittelpunkt stand und dann die Weiterführung dieses Aspektes gewünscht wurde. Vom Alter her entsprechen die Meditierenden, laut Fred, eher einem Seniorenverein. Zeitweise haben auch schon jüngere Menschen teilgenommen. Er habe festgestellt, dass er seit der Pensionierung mit Erfolg wieder mehr Zeit in Werbung investieren könne. 

Allwöchentlich trifft sich die treue Gruppe für eineinhalb Stunden Kontemplation mit kurzem Impuls. Fred Stumpf sagt: «Es ist erstaunlich, wie hoch die Verbindlichkeit ist und wie auch ohne Gespräche Verbindung entsteht». Die Teilnehmer sagen oft, dass sie sich auf den Montagabend freuen, weil sie spüren, dass in der Gruppe eine Meditationskraft entsteht. 

Trotz Lockdown treffen sie sich wieder regelmässig, da sie mit Billigung der reformierten Kirchgemeinde als Gottesdienst gelten, einen grossen Raum mit genügend Abstand haben, Masken tragen und viel lüften. Vorher waren im Lockdown das getrennte Sitzen zur selben Zeit und die Impulse per E-Mail angesagt.


St.Gallen, v.l.n.r. Sylvia Spycher, Eveline Felder, Francesco Pedrazzini

Werner Frei hat vor gut 15 Jahren diese Kontemplationsgruppe in St. Gallen gegründet und aufgebaut. Eveline Felder, von Anfang an mit dabei, führt sie seit seinem Tod weiter. Die Kontemplationsabende finden das ganze Jahr über statt und dauern zweieinhalb Stunden.

Zweimal pro Monat wird der Mittwochabend wie folgt gestaltet: Ausrichtung zu Beginn, zwei Einheiten Zazen/Kinhin (Sitzen/Gehen), dann ein 20-minütiger Impuls und wiederum zwei Einheiten Zazen/Kinhin. Das Schlussritual mit Rezitation und grossen Verneigungen schliesst das intensive Sitzen ab. Es finden immer Einzelgespräche statt, in denen gerade auch die SchülerInnen an ihren Schlüsselworten «arbeiten» können. 

Was Frauen und Männer anbelangt, ist die Gruppe ausgewogen. Vom Alter her sind ein Drittel 30- bis 50-jährig, die anderen zwei Drittel sind älter. Es besteht ein treuer Kern von jahrelang Sitzenden. Immer wieder finden sich Menschen ein, die diese kontemplative Übung, diesen kontemplativen Weg kennenlernen möchten. Auf Anmeldung werden regelmässig Einführungen angeboten. 

Unterdessen hat sich die Leitung auf Eveline Felder, Silvia Spycher und Francesco Pedrazzini ausgeweitet. Alle drei sind Kontemplationslehrende der via integralis. Eveline betreut seit ihrem Abschluss der «Stufe 2» Schülerinnen und Schüler. Ein weiteres Mitglied der Gruppe hat soeben den 5. Lehrerkurs der via integralis begonnen. 

Das jährliche Angebot wird abgerundet durch einen «Tag der Stille» in St. Gallen, sowie «Drei Tage der Stille» in Wislikofen. Eine Übersicht gibt die Seite www.meditation-sg.ch


Silvia Spycher bietet ausser in St.Gallen auch in Uzwil bei Pro Senectute Stille an. Seit Anfang 2018 sitzt die Gruppe im Winterhalbjahr vierzehntäglich eineinviertel Stunden, mit einem Impuls und Körperlockerungsübungen vorab.

Auch die katholische Kirche hat Silvia angefragt und so bietet sie sechs Abende in ähnlichem Stil an, vier in der Fastenzeit und zwei nach Ostern. Dieses Jahr wegen Corona mit schriftlichem Impuls und Sitzen zuhause.

Silvia sagt: «Meine Erfahrungen mit unserer Gruppe in St. Gallen nähren mich sehr und ich finde es wunderschön, wie das in Uzwil weiter ausstrahlen kann. Zu spüren, wie die Stille wiederum die Teilnehmenden nährt, ist mir immer wieder neu Motivation».


St. Gallen, Kirche Riethüsli, Gruppe Gabrielle Bregenzer

Gabrielle Bregenzer-Ris bietet seit 2008 in der katholischen Pfarrei Riethüsli in St. Gallen am Dienstagabend ein offenes Kontemplationsangebot von 18.00 bis 19.30 Uhr an. Mystikerwort, Taizé-Lied und hinführende Worte leiten die Stille ein. Dann folgen drei Einheiten Sitzen in der Stille, dazwischen Gehmeditation. Während der Gehmeditation ist es möglich, zu kommen oder zu gehen. So einfach … so einladend … und danach weitergehen:

Hinaus ins Leben
ohne vorgefasste Ideen,
ohne Plan von Gott;
ohne Bescheidwissen über ihn, (…)
im Vertrauen, dass Gott unterwegs zu finden ist, 
(…) in der Armut eines banalen Lebens.          (Madeleine Delbrêl)

Seit 2015 trifft sich auch in der evangelischen Kirche Riethüsli eine kleine Gruppe von Meditierenden für den gemeinsamen Wochenanfang in Stille, jeweils am Montag um 8 Uhr, mit zwei Einheiten der Kontemplation.
… im stillen, aufmerksamen Dasein wächst ein inniges Verbundensein mit dem göttlichen Geheimnis allen Lebens.

Beide Gruppen freuen sich über neue Mitsitzende. Um eine kurze Einführung zu erhalten, kann man sich gerne an gabrielle.bregenzer@hotmail.com wenden. Auf Wunsch besteht die Möglichkeit für Einzelgespräche. Die Kontemplation am Dienstagabend wird immer angeboten, die Stille am Montagmorgen fällt in den Schulferien aus. 

Das wöchentliche Üben vertiefen die beiden jährlich durchgeführten Kontemplationstage mit Schweigemeditation, Vortrag, Einzelgesprächen und Gottesdienst, die Gabrielle zusammen mit Mona Lutz leitet.

Alle Angebote finden seit dem Zusammenschluss der beiden Kirchen im Jahr 2019 in der paritätisch genutzten Kirche Riethüsli statt.


St. Gallen, ökumenische Gemeinde Halden, Gruppe Margrit Wenk-Schlegel

Die meisten Leser kennen Margrit Wenk-Schlegel unterdessen persönlich als spirituelle Co-Leiterin der via integralis. Sie ist seit Jahrzehnten aktiv mit mehreren Angeboten der Kontemplation in St. Gallen, in der Propstei Wislikofen und im Meditationszentrum Felsentor, zu finden auch auf ihrer Webseite www.meditation.margritwenk.ch  

Die Meditationsgruppe der ökumenischen Gemeinde Halden in der Stadt St. Gallen entstand anfangs Neunzigerjahre, zuerst am Samstagmorgen. Als friedvolle Antwort auf den Angriff auf die Twin Towers 2001 legte Margrit Wenk die Meditationsstunde auf Freitagmittag. Das Angebot ist offen, ohne Anmeldung und findet das ganze Jahr hindurch statt. Zwei Einheiten Zazen, eingeführt mit einem Text aus der Mystik und Einzelgespräche nach Vereinbarung. 

Dazu kommen seit 2014 jeden Monat zwei offene Meditationsabende mit drei Einheiten Zazen, dazwischen Gehmeditation. Kommen und Gehen während der Gehmeditation ist möglich. Einzelgespräche nach Vereinbarung. Diese Abende werden im Wechsel von Gabrielle Bregenzer und Margrit Wenk geleitet.

Ein Team von langjährig Meditierenden übernimmt für beide Angebote die Vertretungen. Das Lebensalter der Teilnehmenden beträgt 35-80 Jahre. 

Seit 2005 leitet Margrit Wenk auch Kontemplationstage mit Zazen, Vortrag, Einzelgespräch und am Abend einem Gottesdienst mit Charlie Wenk. Eine Form, die ebenfalls gern besucht wird.

Ausserdem finden seit 2007 Meditationsnächte am Gründonnerstag und im Advent statt. Die Leitung übernimmt das ökumenische Seelsorgeteam zusammen mit Margrit und Charlie Wenk-Schlegel. 

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