Jubiläum: 15 Jahre Meditationsraum „ZUR QUELLE“

Ursula Nuzzo

2003 begann Ursula Nuzzo an ihrem Wohnort Müllheim/Kanton Thurgau mit ein paar Frauen und Männern aus der Umgebung und früheren Wegbegleitern regelmäßig zu meditieren. Sie war damals Kontemplations-Schülerin bei Willigis Jäger; es war im selben Jahr, als Pia Gyger und Niklaus Brantschen die via integralis ins Leben riefen. Ursula stellte in ihrem Haus einen Raum zur Verfügung und nannte ihn liebevoll Meditationsraum ZUR QUELLE. Einige Jahre später (2009-2011) besuchte sie den 2. Ausbildungslehrgang der via integralis und wurde zur Kontemplationslehrerin ernannt.

Ihr Meditationsangebot von damals besteht noch immer. Sie feierte am 1. März 2018 das 15-jährige Bestehen. Helena Shang Meier und Regina Grünholz vom Redaktionsteam des Newsletter waren als Gäste dabei und berichten von der eindrucksvollen Jubiläumsfeier.

Die Jubiläumsfeier (Helena Shang Meier)

Du musst das Leben nicht verstehen
dann wird es werden wie ein Fest
und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
sich von jedem Wehen viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn,
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuem seine Hände hin.

– R.M. Rilke 1875 – 1926

Mit diesem Gedicht führte Ursula Nuzzo am 1. März 2018 in die Kontemplation ein. Anlass war die Jubiläumsfeier zum 15-jährigen Bestehen des Meditationsraums „ZUR QUELLE“ in Müllheim/Thurgau. Der Raum befindet sich in der unteren Wohnung im eigenen Haus und lässt bezüglich Räumlichkeit keine Wünsche offen. Der direkte Zugang, Umkleideraum, kleine Küche, Toilette und sogar Essraum sind nebst dem Meditationsraum alle vorhanden. Anwesend an der Feier waren sowohl Teilnehmer der Kontemplationsgruppe, langjährige Wegbegleiter, wie auch Freunde aus der via integralis.

Nach der Meditation führten Margrit und Charlie Wenk-Schlegel die Anwesenden durch eine berührende Jubiläumsfeier gestaltet mit Hinweis auf die schönen, angenehmen sowie schmerzhaften Seiten des Lebens, indem sie sowohl Rosenblätter wie auch Dornen an die Gäste verteilten. Jeder zündete Weihrauch an, es wurde gesungen, zur Musik als Gruppe bewegt (entsprechend der Liebe von Ursula zum sakralen Tanz) und Hildegard Schmittfull sprach einen wohltuenden Segen.

Ursula sprach von ihrem Werdegang und von den Lehrern, durch die sie geprägt wurde: von Zen-Meister Eido Shimano Roshi, von Willigis Jäger und von der via integralis. Sie erzählte, wie die Gruppe 2003 durch eine Ermutigung von Willigis Jäger 2003 entstanden ist. In der Stille darf seither „die Quelle“ sprudeln, dürfen Blüten und Dornen sich integrieren und ihren angenehme Duft hervorbringen; und die Stille ist es, welche das Wirken dieser Gruppe weiter nachhaltig befruchtet. Ihre Worte des Dankes haben uns alle sehr bewegt:

„Mit großer Dankbarkeit und mit dem Staunen des inneren Kindes werde ich meinen Weg der Kontemplation der via integralis weitergehen, in Verantwortung für die Menschen, die ich eine gewisse Zeit begleiten darf, aber auch im Wissen, von ganz vielen lieben Menschen, vor allem in der via integralis, getragen und geschätzt zu werden. Ich verneige mich in tiefer Dankbarkeit vor allen und auch vor meinem Schicksal, das mich mit so vielen Gaben beschenkt hat.“
Zu diesem besonderen Anlass schrieb Regina Grünholz für Ursula Nuzzo folgenden Text:

Eine Koan-Geschichte (Regina Grünholz)

Fall 15: Shoshin
Usu fragte ihre Meisterin: „Wie kann eine Quelle nach 15 Jahren noch frisch sein?“
Die Meisterin schaute sie an, klopfte ihr auf die Finger und schickte sie fort.
Ein zweites Mal kam Usu zur Meisterin und fragte: „Wie kann es sein, dass eine Quelle nach 15 Jahren noch frisches Wasser führt?“
Die Meisterin schaute sie wieder an und klopfte ihr auf die Finger. Und schickte sie zurück aufs Kissen.
Am dritten Tag kam Usu wieder: „Meisterin, wie stellst du es an, dass deine Quelle nach so langer Zeit noch mit frischem Wasser sprudelt?“
Die Meisterin hiess sie trinken und sagte: „Was gehen dich die Jahre an?“
Da wurde Usu eine gewisse Erleuchtung zuteil. Sie ging hinaus und tanzte und sang: „Jubilate, gaudete, servite domino in laetitia.“

Teisho zum Fall
Shoshin, der Anfängergeist, ist nicht an den Lauf der Zeit gebunden.

Kommentar
Ja, woran denn sonst?

Teisho zum Kommentar
Widerspruch ist erlaubt.

Gedicht / Gesang
Di chli häx isch mit ihrne 127 johr nonig alt gnue gsi. Sie het nit dörfe mit den andere häxe uf em bäse um de blocksberg riite. Spilt d`zyt jetzt e rolle oder nid?

Teisho zum Gedicht
Der immer neue Geist, an kein Alter gebunden, ohne Routine und doch erfahren – weht, wie er will.

Helena Shang Meier und Regina Grünholz, Mai 2018

Kontakt:

Meditationsraum ZUR QUELLE, c/o Ursula Nuzzo, Langenharterstrasse 11, CH-8555 Müllheim.
Mail: ursula.nuzzo@bluewin.ch

Schreibe einen Kommentar