Meditieren in Solothurn

Meditationsraum Yume in Solothurn

Meditationsraum Yume

Grusswort

Liebe Frau Grünholz , liebe Gäste,

herzliche Gratulation zur Eröffnung des Meditatonsraums Yume.
Ich wünsche Frau Dr.Grünholz viel Erfolg und ein gutes Gedeihen des Raums.
Im 2015 hat mich Frau Grünholz in meinem Atelier besucht. Sie wünschte sich damals eine ganz spezielle Kalligraphie. Wir haben zusammen das Thema Yume ausgewählt.

Das Kanji-Zeichen „Yume“, der Traum, war das Testament des berühmten Abts und Zen-Meisters Takuan. Takuan (1573 bis 1645) war einer der bedeutendsten Zenmeister Japans. Er hat sich zeitlebens mit dem Anliegen „Yume“ beschäftigt. Er schrieb über 100 Gedichte (z.T. Kurzgedichte) zu diesem Thema. Takuan starb 1645 im Alter von 72 Jahren.

Über sein Vermächtnis kursiert folgende Anekdote:
Als der alte Meister krank wurde und sich sein Tod näherte, baten ihn seine versammelten Schüler, ein Gedicht zu schreiben. Es war üblich in Japan vor dem Tod ein Gedicht als Vermächtnis zu schreiben. Takuan nahm einen Pinsel und schrieb mit letzter Kraft das einzige Zeichen „Yume“ als letzten Wunsch. Dann legte er den Pinsel zur Seite.

Takuan wollte mit dem Zeichen Yume folgendes weitergeben: Das Leben zieht vorüber wie ein Traum, alles ist nur leihweise und es dauert nicht ewig. Deshalb soll der Mensch nicht kleinkrämerisch sein, nicht eigensinnig – nicht befangen. Er soll sich besinnen auf die wahren, unvergänglichen Werte, den wahren Sinn des Lebens.

Dieses Vermächtnis hatte ich vor Augen, als ich das Zeichen für Frau Grünholz geschaffen habe. Ich bin ganz stolz darauf, dass Frau Grünholz den Raum nach meinem Bild getauft hat. Er möge werden:

  • zu einem Ort der Begegnung,
  • einem Ort der Stille und Ruhe,
  • einem Ort der Erholung und des Auftankens.

Hiermit wünsche ich dem Yume einen guten Start zu einem Ort der Einkehr, ganz im Sinne von Takuan.

Sanae Sakamoto, November 2018
Künstlerin der Kalligrafie „Yume“

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