Verbunden in der Stille

Ein kraftvolles Feld für Heilung, Wandlung, Frieden und Gerechtigkeit

von Claudia Nothelfer und Margrit Wenk-Schlegel

Der innere Impuls
Nach dem Jahrestreffen der Lehrerinnen und Lehrer der Kontemplationsschule via integralis im Februar 2020 spürte Claudia Nothelfer einmal mehr, wie gut die Verbundenheit untereinander tut und wie stark das Kraftfeld ist, das sich im gemeinsamen Meditieren in einer grossen Gruppe aufbaut. Daraus erwuchs das Bedürfnis, dieses Potenzial zu nutzen, eine zusätzliche Form der Verbundenheit unter den Lehrenden zu schaffen und Meditierende von aussen mit einzubeziehen. Es war die Zeit, in der das Corona-Virus Europa erreicht hatte und aus anderen Ländern tief berührende Nachrichten über schwer Erkrankte und Sterbende kamen.

Im Austausch mit Margrit Wenk nahmen wir ein gemeinsames Bedürfnis wahr: der Pandemie etwas Heilvolles, Aufbauendes entgegenzusetzen und die Welt ganz ausdrücklich in unsere tägliche kontemplative Praxis hereinzuholen. Dies im Sinne einer täglichen Intention des Sitzens wie ein Fürbittgebet.  So wurde das das Meditationsnetz «Verbunden in der Stille» geboren. Erich Schlumpf erklärte sich sofort bereit, administrativ und gestaltend mitzuwirken. Unser Trio ist noch heute an der Arbeit mit dem Geschenk, dass tiefe Freundschaft untereinander gewachsen ist.

Grundlegend für die Entstehung des Meditationsnetzwerks «Verbunden in der Stille» ist die tiefe Überzeugung, dass Meditation beiträgt zur Heilung des Einzelnen, der Menschheit und der Erde. Wenn viele Menschen gleichzeitig meditieren und in diese lichtvolle, heilende Energie gehen, potenziert sich die Kraft. Darum laden wir bis heute zu «Kernzeiten» ein, zu Stunden, in denen immer jemand in der Stille ist, verbunden mit den Anliegen in der Welt. Dazu eine Rückmeldung einer Teilnehmenden:

„Ich möchte einfach einmal sagen, wie gut mir die kontemplativen Impulse tun. So oft sprechen sie mir aus dem Herzen, insbesondere auch was die Solidarität betrifft mit den Menschen am Rand, auch am Rand Europas (Flüchtlinge) und am Rand unseres Blickfelds (Asien, Afrika, Lateinamerika). Ich spüre eine tiefe Sehnsucht danach, dass noch viel mehr Menschen erkennen mögen, dass wir eins sind, alle. Dass wir nur aus diesem Bewusstsein die Krise gut bewältigen können.

Die Kontemplation öffnet uns für die Erfahrung der Verbundenheit, ja des Einsseins mit allem Leben. Wir erfahren die Interdependenz, die gegenseitige Abhängigkeit, die unser ganzes Leben durchwirkt. Wir sind als Menschen Teil des Lebensnetzes. Jede und jeder hat die Verantwortung, seine Individualität zu entwickeln und sich gleichzeitig verbunden zu wissen mit dem Ganzen, der Menschheit, der Erde, dem Kosmos (Integrales Bewusstsein). Gerade in Krisen erinnern wir uns, dass wir das Existentielle brauchen. Das Virus Covid 19 zieht sich einfach durch den ganzen Menschheitskörper hindurch, ohne Grenzen und wir erfahren dadurch, dass wir nicht autonom sind, sondern ein Teil der Menschheit. 

Impulse nach aussen
Als das Meditationsnetz starten wollte, kam der Lockdown. So beschlossen wir, für jeden Tag einen Impuls mit einem Gebetsanliegen zu verfassen und diesen den Lehrenden der via integralis zu sowie weiteren Interessierten zu schicken. Der Startbrief erreichte etwa 400 Personen, davon 100 Lehrerinnen und Lehrer, welche die Infos wiederum an ihre Gruppen weitergaben. Täglich kamen neue Menschen dazu, die um die Impulse und um Aufnahme in das Netzwerk baten. Mittlerweile ist das Netz auf gut 900 Teilnehmende mit unterschiedlich intensiver Meditationspraxis angewachsen.

Zudem starteten verschiedene Kontemplationslehrende und andere Meditationsgruppen eigene digitale Impulse als Teil eines weltweiten Netzes der Stille. Wie heilsam, sich mit so vielen Menschen in der Welt verbunden zu wissen!

Um Pfingsten begannen die schrittweisen Lockerungen und die Zeit des flächendeckenden Home Office war vorüber. Wir einigten uns darauf, nur noch drei Impulse pro Woche zu versenden. Seit den Sommerferien erscheint noch einer, auf’s Wochenende hin.

Uns ist wichtig, das Netz «Verbunden in der Stille» weiter zu tragen und die Energie zu halten, soweit es uns möglich ist. Darum ermuntern wir die Lehrenden, uns Impulse einzureichen; ein Netzwerk, getragen von Vielen, ist kraftvoller und reichhaltiger. Unsere Gemeinschaft verfügt über ein grosses Potenzial an Weisheit, Erfahrung und Erkenntnis.

Wir sind dankbar über eure Zusendungen! Die vielen schönen Rückmeldungen bestätigen dieses Anliegen. Kostproben:

  • Die Impulse geben den Tagen einen Fokus, der mich durch den Tag und darüber hinaus begleitet. Es ist ein Schätze-sammeln, das in die Tiefe führt. Schon die gemeinsamen Meditationszeiten sind ein grosses Privileg. Neben der Struktur die sie den Tagen geben erfahre ich sie als Kraftquelle. Das Wissen darum, dass rings um den Globus Menschen meditieren habe ich nie so stark empfunden wie zurzeit. Noch nie war es mir so präsent, wie wichtig neben allem Tun das Sein ist.
  • Ich erlebe viele Beiträge anregend, wohltuend, unterstützend, auffordernd und auch bestätigend, Gott und Göttlichem und der Stille Raum zu geben, wenn ich auch diesbezüglich stets noch viel am Lernen bin.

Verbunden in der Stille – Kraft der Begegnung
Aus der Erfahrung einer tragenden und kraftvollen Verbundenheit über Monate entstand die Idee, ein Gemeinschaftstreffen zu lancieren. So laden wir ein zu einem Begegnungstag im nächsten Frühling. Alle Interessierten am Weg der Kontemplation, alle Übenden und alle Lehrenden sind herzlich zu diesem Tag der Begegnung und Stille eingeladen. So wird unsere Verbundenheit auf eine noch andere Weise spür- und sichtbar:

Begegnungstag via integralis
Samstag, 29. Mai 2021 – in der ökumenischen Gemeinde Halden, St. Gallen

Genaue Zeiten und weitere Informationen werden noch kommuniziert. Die Gruppe von Lehrenden „St. Gallen und Umgebung“ wird den Ablauf ausarbeiten und in einer konkreten Einladung kommunizieren. Wir freuen uns jetzt schon auf die wertvollen Begegnungen.