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Gemeinschaft nähren

Gedanken zum Jahrestreffen der via integralis

Die “Drei Kostbarkeiten” auf dem spirituellen Weg waren für Siddharta Gautama (er selber bekam den Ehrentitel “Buddha”, der Erwachte): “Buddha – Dharma – Sangha1 . Er betonte damit unter anderem die Bedeutung einer Gemeinschaft.

Von Jesus wird folgender Spruch überliefert: “Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.” (Mt 18,20). Er drückt damit aus, welche Energie in einer Gruppe entstehen kann und will uns Mut machen, diese Energie anzuwenden.

Gemeinschaften, oder eben Sanghas, geben den einzelnen Mitgliedern eine Kraft, die aus der Einzelperson weniger erwachsen kann.

Am zweieinhalb-tägigen Jahrestreffen der via integralis letzten Februar haben wir in Vorträgen, Gruppenarbeiten, systhemischen Aufstellungen und Workshops am Thema “Gemeinschaft nähren” gearbeitet. Dabei hatten wir “Ziel und Zweck” vor Augen, wie er in den Statuten des Vereins in drei Sätzen festgehalten ist; ich zitiere daraus den Dritten:
“Der Verein dient der Weiterentwicklung und Stärkung der Gemeinschaft der Kontemplationslehrenden.”

Was bedeutet uns die Gemeinschaft von Kontemplationslehrenden?
Wie können wir diese Gemeinschaft pflegen und nähren?
Was bedeutet das für mich als Mitglied?
Und wie beeinflussen wir damit unsere Welt?

In der letzten Frage schwingt für uns die Sorge mit, was wir in diesen unruhigen Zeiten zur Friedensförderung beitragen können. Sind wir mit der Kontemplation auf einem heilenden Weg? Reicht das? Oder ist es eine Abkapselung von der realen Welt?

Dabei kommen wir an den dringlichen Einladungen der Weisheitslehrerinnen und -lehrer aller Kulturen nicht vorbei:
“Der Friede beginnt in dir.” (Buddhismus)
“Liebe deine Nächsten wie dich selbst.” (Christentum)
“Jenseits der Vorstellungen von Richtig und Falsch liegt ein Ort. Dort werde ich Dich treffen.” (Islam)

Es geht um die Einübung des “Hier und Jetzt”, um den Weg nach innen, der uns in unserem Tun nach aussen stärkt. Um das “Genährt Werden” aus unserem Urgrund und aus der Gemeinschaft, die wir wählen. Und es geht um das Zulassen und den Umgang mit Herausforderungen (“Liebe deine Feinde!”). Durch die Versöhnung und Verbundenheit mit “Allem-Was-Ist” strahlen wir Frieden in die Welt.

In den bereits oben erwähnten Statuten der via integralis heisst es in den ersten beiden Sätzen zum Zweck des Vereins:
“Der Verein fördert den Aufbau und die Entwicklung der Kontemplation via integralis – wo Zen und christliche Mystik sich begegnen.”
“Er betreibt die Kontemplationsschule via integralis für Aus-, Weiter- und Fortbildung von Lehrenden.”

An unserem Treffen durfte ich die Hingabe erleben, mit der sich unsere Gemeinschaft der Begegnung zweier spiritueller Kulturen widmet. Wir suchen gemeinsam Wege der Anwendung und geben dies im Alltag und in unserer Tätigkeit als Kontemplationslehrerinnen und -lehrer weiter. Das ist für mich konkrete Friedensförderung!
Die Sangha schenkt uns die dafür nötige Energie.

Persönlich hat mich unser Jahrestreffen 2026 genährt. Es hat mich in meinem Engagement für die via integralis bestärkt. Dafür danke ich unserer Gemeinschaft und allen Teilnehmenden am Jahrestreffen in Wislikofen!

Francesco Pedrazzini
Kontemplationslehrer und zur Zeit Präsident des Vereins via integralis

Titelbild: Gruppenfoto zum Abschluss der Mitgliederversammlung via integralis 2026

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