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Bulletin d'information

Alpsegen

Wieso komme ich dazu, einen Text über den Alpsegen zu gestalten? Dies wohl, weil ich zu Beginn der Coronazeit gefragt wurde, ob ich nicht einen Stadtsegen (Alpsegen, in der Stadt gerufen, und an die Coronaverhältnisse angepasst) auf dem Dach der ökumenischen Haldenkirche in St. Gallen rufen würde. Damals habe ich sofort zugesagt, obwohl ich über den Hintergrund des Alpsegens gar nicht viel wusste. Wer einen tiefen Glauben an die heilvolle Wirkung des Segensrufes auf der Alp hat, kann durchaus diese Art Gebetsrezitation in die Stadt übertragen. Wie auf der Alp, wo neben dem Sennen vielleicht keine Menschenseele in der Nähe ist, so kann der Stadtsegen auch in die laute Stadt gerufen werden und ein ganzes Quartier einhüllen.

Verbunden in der Stille

Nach dem Jahrestreffen der Lehrerinnen und Lehrer der Kontemplationsschule via integralis im Februar 2020 spürte Claudia Nothelfer einmal mehr, wie gut die Verbundenheit untereinander tut und wie stark das Kraftfeld ist, das sich im gemeinsamen Meditieren in einer grossen Gruppe aufbaut. Daraus erwuchs das Bedürfnis, dieses Potenzial zu nutzen, eine zusätzliche Form der Verbundenheit unter den Lehrenden zu schaffen und Meditierende von aussen mit einzubeziehen. Es war die Zeit, in der das Corona-Virus Europa erreicht hatte und aus anderen Ländern tief berührende Nachrichten über schwer Erkrankte und Sterbende kamen.

Wozu braucht es Zen-Lehrer?

Am 21. November 2020 wird Niklaus Brantschen – er hat zusammen mit Pia Gyger vor bald zwanzig Jahren eine Zen-Linie und die Kontemplationsschule via integralis gegründet – Jürgen Lembke zum Zen-Lehrer ernennen. Im Folgenden erinnert er daran, was Zen ist, warum gute Zen-Lehrer nötig sind und wie Zen als ein integrales Moment zur via integralis gehört. Zen ist einfach. Es hat mit dem Naheliegenden zu tun. Ein kurzer Blick auf die beiden grossen spirituellen Ströme Chinas, die das Zen mitgeprägt haben, macht dies deutlich: Für Konfuzius ist der WEG (goss geschrieben) das Innere Gesetz: `Der WEG ist nahe, aber die Menschen suchen ihn in weiter Ferne. Nicht für einen Augenblick können wir von ihm getrennt sein. Das, wovon wir getrennt sein können, ist nicht der WEG`.